Positionspapier

Die Österreichische Gesellschaft für Onkologie versteht sich als wissenschaftliche ärztliche Gesellschaft mit dem Ziel, ÄrztInnen und Ärzte in ganzheitlicher Krebsmedizin (in integrativen Konzepten in der Onkologie) aus- und weiterzubilden sowie Forschung auf dem Gebiet der ganzheitlichen Krebsmedizin zum Wohl der Krebskranken zu betreiben.

Integrative Konzepte in der Onkologie haben das Ziel, die Lebensqualität von Tumorpatienten bei möglichst langer Überlebenszeit bzw. im Optimalfall eine Restitutio ad integrum eines Krebskranken zu erreichen.

Integrative Konzepte erstrecken sich auf die Themen:

 

1. Prävention von malignen Erkrankungen

2. tumorreduktive Verfahren

3. aktive Rezidiv- und Metastasenprophylaxe und

4. palliative Therapie bösartiger Erkrankungen.

 

Integrative Konzepte in der Onkologie basieren auf der Biologie von Malignomen und diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen aus der evidenzbasierten Medizin sowie solchen aus der Erfahrungsheilkunde. Bei der Umsetzung von integrativen Konzepten in der Onkologie wird besondere Bedeutung auf eine bestimmte Zeitschiene der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen und auf die Stärkung des betroffenen Krebspatienten zur Eigenabwehr einer bösartigen Erkrankung gelegt.

Da es in den letzten Jahren durch molekularbiologische Analysemethoden möglich wurde, die genetische Ausstattung von Tumorzellen und damit auch ihre Empfindlichkeit gegen bestimmte zytoreduktive therapeutische Maßnahmen analysieren zu können, ist erkennbar geworden, dass ein bösartiger Tumor eine Ansammlung jeweils genetisch unterschiedlich ausgestatteter Krebszellen ist. Das macht Vernichtungsstrategien die auf zielgerichteten Therapien basieren sehr schwierig und oft nur teilweise und auf bestimmte Zeit beschränkt erfolgreich.

Daher scheint es aus den verschiedenen Gründen sinnvoll, nach den gemeinsamen Eigenschaften aller Karzinomzellen zu suchen, diese jeweils diagnostisch zu erfassen und daraus therapeutische Maßnahmen zu suchen, die sich in integrativen Konzepten wiederfinden abzuleiten.

Dabei ist es nützlich, ein generelles Protokoll des integrativen Konzeptes in der Diagnostik und Therapie maligner Erkrankungen zu verfolgen, welches auf den erfassten gemeinsamen Nennern aller bösartigen Zellen beruht wie:

 

1. Antimikrobielle Therapie

2. Antiinflammatorische Therapie

3. Detoxifikationtherapie (Entgiftungstherapie)

4. Tumorreduktive Therapie

5. Immunmoduliernde Therapie

6. Antihormonelle Therapie

7. Antioxidative und antinitrosative Therapie

8. Supplementationstherapie

9. Ernährungstherapie

10. Physikalische Therapie-Biophysikalische Therapie

11. Psycho-onkologische Therapie

 

Integrative Konzepte sind auf eine in höchstem Maß auf den individuellen Patienten ausgerichtet. Zeitaufwendung und Zuwendung sind wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen onkologischen Therapie.

Dabei kommt der anamnestischen Erfassung der möglichen individuellen Ursachen für das Malignom und deren Ausschaltung gleich zu Beginn der Behandlung größte Bedeutung (wie z.B. die Erfassung und Therapie chronischer oft sublatenter Entzündungen, Herdbelastungen, Erschöpfung von Systemen, Mangelerscheinungen, Fehlernährung) zu. Ebenso ist der Redox-Status des Patienten zu analysieren, da onkologische Erkrankungen als Auslöser ihrer Erkrankung langdauernde oxidative und nitrosative Stressbelastungen als Ursache haben. Weiter ist die über längere Zeit (Jahre) chronische Übersäuerung des Bindegewebes durch Erschöpfung der Alkalireserven zu neutralisieren, um insgesamt das krebsfreundliche Milieu, das in einem Tumorpatienten vorliegt, in ein krebsfeindliches Milieu umzuwandeln.